Dichtercafé

Mit offenen Augen und träumendem Herzen

Sonntag, 10.05.2020 · 16.30 Uhr

Tafelhalle, Nürnberg

DICHTERCAFÉ mit Thomas Nunner

Text  Heinrich Heine
Musik  Ludwig van Beethoven  Serenade für Flöte, Violine, Viola op.25
Max Reger Serenade für Flöte, Violine, Viola op. 141a
Hanns Eisler  Scherzo für Streichtrio, Duo für Violine
und Violoncello op. 7,1   

ensemble KONTRASTE

Lesung und Textauswahl  Thomas Nunner

Heinrich Heine steht im Mittelpunkt des heutigen Dichtercafés – der von der Mitwelt und mehr noch von der Nachwelt viel bewunderte und viel gescholtene Dichter, der „entlaufene Romantiker“, wie er sich selbst bezeichnete. Sein berühmtes Buch der Lieder wurde zur Fundgrube für Liedkomponisten wie Schumann und Schubert. Häufiges Thema: die aussichtslose, unerfüllte Liebe. Heines Markenzeichen: Die stimmungsvolle Idylle, die aber, anders als in der Romantik, immer wieder ironisch gebrochen wird – sozusagen eine Romantik ohne Illusionen.
Heine ist aber auch der politische Dichter, der mit Texten und Gedichten Gesellschaftskritik übt, so in seiner Verserzählung Deutschland ein Wintermärchen. Seine Reisebilder enthalten harmonische Landschaftsbeschreibungen voll sprachlicher Schönheit, aber auch beißende Kritik an den gesellschaftlichen und politischen Missständen seiner Zeit.
Heines letzte Schaffenszeit ist überschattet von schwerer Krankheit, die ihn ans Bett fesselt, seine „Matratzengruft“ – was ihn nicht hindert, weiter zu schreiben. In Paris stirbt er, ohne seine Heimat noch einmal zu sehen. Auf seinem Grabstein steht einer seiner Verse:
Wo wird einst des Wandermüden / letzte Ruhestätte sein? / Unter Palmen in dem Süden, / unter Linden an dem Rhein? / Werd ich wo in einer Wüste / eingescharrt von fremder Hand? / Oder ruh ich an der Küste / eines Meeres in dem Sand? / Immerhin mich wird umgeben / Gottes Himmel, dort wie hier, / und als Totenlampen schweben / nachts die Sterne über mir.

Thomas Nummer vom Staatschauspiel Nürnberg liest aus Heines vielschichtigem Werk, Kammermusik von Ludwig van Beethoven, Max Reger und Hanns Eisler umrahmt die Lesung:

Die Serenade op. 25 zeigt Beethoven von seiner heiter unbeschwerten Seite – in unterhaltsamem Tonfall und mit filigranem Klang. Max Regers Serenaden haben ihr Vorbild in Beethovens Serenade op. 25, suchen mit ihrer klanglichen Transparenz und ihrem Zartgefühl in der spätromantischen Kammermusik ihresgleichen. Hanns Eislers rhythmisch markantes Scherzo kommt frisch und lebendig daher, lässt Ironie und Witz, aber auch tiefgründige Nachdenklichkeit spüren. Sein Duo für Violine und Violoncello op. 7,1 obwohl in atonalem Idiom, ist von tänzerischer Eingängigkeit und klarer Melodieführung.

Vorschaubild Thomas Nunner

Karten: Normal 22 € / Ermäßigt 14 €
Vorverkauf: 19 € / 12 €