TRADITION DER NEUGIERDE

Seit über 30 Jahren bereichert das ensemble KONTRASTE das Nürnberger Kulturleben mit seinen ausgefallenen und innovativen Konzertprogrammen. In der Tradition der Neugierde haben wir – Hendrik Blumenroth, Luise Heiß, Philipp Heiß und Jeany Park-Blumenroth – mit Beginn der Spielzeit 2025/26 als nächste Generation die Leitung des Ensembles übernommen. Wir freuen uns darauf, aktiv das Kulturleben der Stadt Nürnberg und die Zukunft des in Nürnberg verwurzelten Ensembles mitzugestalten!

INTO THE FIRE

„Wohlthun, wo man kann, Freiheit über alles lieben, Wahrheit nie, auch sogar am Throne nicht verleugnen.” Diese Worte schrieb Ludwig van Beethoven 1793 in das Stammbuch der Nürnbergerin Theodora Johanna Vocke und zitiert damit aus Friedrich Schillers Don Carlos. Zeit seines Lebens brannte er für Menschlichkeit, Freiheit und Wahrheit. Der immer wiederkehrende flammende Appell für diese Werte wird in seiner Musik deutlich und hallt bis heute nach. Die Frage, die ihn stets umtrieb, scheint heute dringlicher als je zuvor: „Wann wird auch der Zeitpunkt kommen, wo es nur Menschen geben wird, wir werden wohl diesen glücklichen Zeitpunkt nur an einigen Orten herannahen sehen, aber allgemein – das werden wir nicht sehen, da werden wohl noch Jahrhunderte vorübergehen.”

Da sind wir nun, Jahrhunderte später. Was sehen wir? Menschlichkeit, Freiheit und Wahrheit haben einen denkbar schweren Stand. Die Menschheit ringt mit ihrer Ambivalenz, die der des Feuers ähnlich ist. Ein einzelner Funke steht sinnbildlich für die Hoffnung, kann Leidenschaft entzünden oder aber einen Flächenbrand verursachen: INTO THE FIRE! 

Unter diesem Titel hat Jake Heggie, einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart, der französischen Malerin und Bildhauerin Camille Claudel ein musikalisches Denkmal gesetzt. Sie brannte für die Kunst – ein intensives Feuer, das eine enorme Schaffenskraft weckte.

Was passiert, wenn sich die menschliche Schaffenskraft gegen unsere Natur richtet, können wir im Moment erleben. Der Klimawandel schreitet voran und bedroht auch den Lebensraum Meer. Meeresschutz ist Klimaschutz – zahlreiche Komponist:innen setzen mit ihren Werken ein Zeichen. Aber nicht allein Bedrohungen von außen führen uns die Fragilität unserer zeitgenössischen Welt vor Augen. Auf der ganzen Welt feiert rechtsextremistisches und nationalistisches Gedankengut eine Renaissance und entfaltet ein enormes Zerstörungspotential.

Schaffenskraft oder Zerstörung – mit dieser Ambivalenz müssen wir umgehen, und unsere Energie in konstruktive Bahnen lenken. Eine Rückbesinnung auf Beethovens Ideale, dessen Todestag sich im Jahr 2027 zum 200. Mal jährt, kann dabei Inspiration sein. INTO THE FIRE!
 

ensemble KONTRASTE

Das ensemble KONTRASTE begegnet Altem mit Respekt und Neuem ohne Avantgarde-Attitüde. Aus der großen Leidenschaft für neue und neueste Musik sind – vielfach in direkter Zusammenarbeit mit den Komponisten – zahlreiche Werke entstanden, u.a. von Heinz Winbeck, Martin Smolka, Klaus Ospald, Michael Obst, András Hamary, Leo Dick, Marcus Maria Reißenberger, Manfred Knaak, Gene Pritsker, Stefan Hippe und Johannes Maria Staud. 

Unterstützung erfuhr das Ensemble u. a. durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Bayerischen Musikfonds, den Bayerischen Kulturfonds, die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, den Fonds Darstellender Künste und den Deutschen Musikrat. Neben dem Freistaat Bayern und dem Bezirk Mittelfranken fördert die Stadt Nürnberg das ensemble KONTRASTE finanziell mit einer eigenen Haushaltsstelle. 

Zahlreiche Preise würdigten das Ensemble: Wolfram-von-Eschenbach-Förder- preis (1999), Kultur-Förderpreis der Stadt Nürnberg (2004), Friedrich-Baur- Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (2007), Kulturpreis der E.ON Bayern AG (2010), Wolfram von Eschenbach Preis (2015), Großer Kulturpreis der Stadt Nürnberg (2020). 

Über die Nürnberger Konzerttätigkeit hinaus war das ensemble KONTRASTE bereits in vielen europäischen Metropolen zu hören: Luxemburg (Philharmonie), Wien (Konzerthaus), Paris (Louvre-Museum), Berlin (Volksbühne), Athen (Concerthall), Lissabon (Nationaltheater). Wir erhielten Einladungen zu den Wiener Festwochen, den Schwetzinger Festspielen, dem Chopin-Festival Warschau, der Berlinale, den Salzburger Festspielen, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival, dem Musikfest Nara in Japan und dem Gavroche Festival in Moskau. Die wichtigsten Medienpartner sind der Bayerische Rundfunk und ZDF/ Arte.