TRADITION DER NEUGIERDE

Das ensemble KONTRASTE (eK) ist seit drei Jahrzehnten wichtiger Impulsgeber und fester Bestandteil der Nürnberger Kulturlandschaft. Die Stadt Nürnberg würdigte dies im Jahr 2020 mit der Verleihung ihres Großen Kulturpreises, eine Anerkennung, die uns besonders gefreut hat, und die wir als Impuls für „verstärktes Weitermachen“ verstehen! Zumal unser 30-jähriges Jubiläum bevorsteht!
Wir hatten die letzte Saison wie immer geplant, mit einer reizvollen Mischung aus Bewährtem, Unbekanntem, Gewagtem und Provozierendem – ganz nach Pierre Boulez: „Kultur braucht keine falsche Sicherheit, sondern offene Türen und ein Risiko.“ Mit solch einem Risiko, wie Corona es mit sich brachte, war allerdings nicht zu rechnen! Trotz alledem machen wir weiter – und zwar, wie es unserem programmatischen Namen entspricht, mit intensiven und in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Konzerten, sei es mit Kammer- oder Ensemblemusik, klassisch oder zeitgenössisch, allein oder in Verbindung mit Schauspiel, Videokunst, Film, Literatur, Bildender Kunst. Kluge und raffinierte Programmkonzepte sollen die Veranstaltungen mit dem eK erneut zum Erlebnis für Musiker und Publikum machen – Streaming-Konzerte können dies nicht ersetzen.
Das Rückgrat des eK-Programms: KONTRASTE – Klassik in der Tafelhalle. Unkonventionell wie der Spielort sind die Konzerte, alle Sparten des klassischen Musikangebots umfassend. Ein großer Abonnentenstamm schätzt auch das übrige Angebot: Bühnen-, (Stumm-)Film- oder Videoproduktionen, das Familienkonzert  – wobei letzteres der äußerst erfolgreichen Kooperation mit den Figurenkünstlern von „Thalias Kompagnons“ entspringt. Und nicht zuletzt das florierende Dichtercafé mit seiner Mischung aus Lesung und Musik.
Apropos Kooperation: Sie wird in der Spielzeit 2021/22 wieder eine große, sogar verstärkte Rolle spielen: Komponisten, Dirigenten, Regisseure, Schauspieler/innen und Sänger/innen – der Blick ins Jahresprogramm zeigt unsere vielfältige künstlerische Vernetzung. Unter dem Motto „Worum es wirklich geht“ – inspiriert durch den gleichnamigen Erzählband der berühmten britischen Literatur-Nobelpreisträgerin – bildet die Musik des frühen 20. Jahrhunderts, dieser musikalisch grandiosen Umbruchzeit, einen gewissen Schwerpunkt unserer Programmgestaltung. Besonders erfreulich: Zweimal wird der wohlbekannte ehemalige Nürnberger-Symphoniker-Chef Jac van Steen zu Gast sein –  er wird beim ersten und vierten Konzert dieser Saison am eK-Pult stehen mit Mahlers Zehnter und Mahlers Vierter. Ein Highlight ist unser Opernprojekt: Carl Maria von Webers Freischütz wird 200 Jahre alt – Anlass genug, Geschichte, Charaktere, Handlung und Musik dieser „deutschesten aller Opern“ unter die Lupe zu nehmen.
Das ensemble KONTRASTE begegnet Altem mit Respekt und Neuem ohne Avantgarde-Attitüde. Aus unserer großen Leidenschaft für neue und neueste Musik sind – vielfach in direkter Zusammenarbeit mit den Komponisten – zahlreiche Werke entstanden, u.a. von Heinz Winbeck, Martin Smolka, Klaus Ospald, Michael Obst, András Hamary, Leo Dick, Marcus Maria Reißenberger, Manfred Knaak und Gene Pritsker.
Unterstützung fand das eK u.a. durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Bayerischen Musikfonds, den Bayerischen Kulturfonds, die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg, den Fonds Darstellender Künste und den Deutschen Musikrat. Neben dem Freistaat Bayern und dem Bezirk Mittelfranken unterstützt die Stadt Nürnberg eK finanziell mit einer eigenen Haushaltsstelle.
Zahlreiche Preise würdigten die Arbeit des Ensembles: Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis (1999), Kultur-Förderpreis der Stadt Nürnberg (2004), Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (2007), Kulturpreis der E.ON Bayern AG (2010), Wolfram von Eschenbach Preis (2015), Großer Kulturpreis der Stadt Nürnberg (2020).
Über die Nürnberger Konzerttätigkeit hinaus spielt das eK in vielen europäischen Metropolen: Luxemburg (Philharmonie), Wien (Konzerthaus), Paris (Louvre-Museum), Berlin (Volksbühne), Athen (Concerthall), Lissabon (Nationaltheater). Es erhielt Einladungen zu den Wiener Festwochen, den Schwetzinger Festspielen, dem Chopin-Festival Warschau, der Berlinale, den Salzburger Festspielen, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival, dem Musikfest Nara in Japan und dem Gavroche Festival in Moskau.
Wichtigste Medienpartner sind der Bayerische Rundfunk und ZDF/Arte.