Dichtercafé

Warum es wirklich geht

Sonntag, 03.10.2021 · 16.30 Uhr

Tafelhalle, Nürnberg

Dichtercafé mit Stephanie Leue

Text  Doris Lessing „Erzählungen“
Musik  Mel Bonis Soir et Matin op.76  Claude Debussy Klaviertrio

ensemble KONTRASTE
Lesung und Textauswahl Stephanie Leue

„Worum es wirklich geht“­ – so heißt ein Erzählbandband, der zum hundertsten Geburtstag der großen Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Doris Lessing herauskam.
In der titelgebenden Geschichte treffen sich Jody und Henry, Angela und Sebastian, zu einem Wochenende in Henrys gemütlichem Landhaus – zwei Paare, die heiraten wollen. Alle vier waren schon einmal verheiratet und haben Kinder, zwei von ihnen sogar miteinander.
Vordergründig ist, „worum es wirklich geht“: dass Menschen, die in Liebe zusammengekommen sind, es schaffen, sich in Freundschaft auch wieder zu trennen.
Aber es geht um mehr: um leidenschaftliche Seitensprünge, um Liebe und Eifersucht, um das lästige Korsett der Ehe, es geht um Eltern und Kinder, um die Schwierigkeit zusammenzuleben. Doris Lessing, selbst zweimal geschieden, schreibt meisterlich und eindringlich über das spannungsgeladene Verhältnis der Geschlechter, mit psychologischem Gespür und Humor. Lesegenuss pur!

Das Leben der französischen Komponistin Mel Bonis (1858–1937) mutet aus heutiger Sicht an, als sei es einem Roman entsprungen. Die begabte junge Frau findet Zugang zum Konservatorium, sitzt unter lauter Männern in einer Klasse mit Debussy. Man sagt ihr eine große
Zukunft als Komponistin voraus. Dann verliebt sie sich in einen Sänger. Das ist zu viel für ihre Eltern: Mélanie – Mel war ihr männliches klingendes Pseudonym –, muss das Musikstudium abbrechen, einen Witwer mit fünf Kindern heiraten, bekommt selber noch drei eigene Kinder. Nach zehn Jahren bricht sie aus, findet zurück zur Musik und zu ihrer Jugendliebe, ein außereheliches Kind wird geboren, das sie der Gesellschaft verheimlicht. Im Musikleben findet sie Anerkennung. Von ihrem Mann lebt sie getrennt, er stirbt 1818. Ihre außereheliche Tochter Madelaine lebt nun als „Patentochter“ bei ihr, in die sich fatalerweise ihr Sohn Edouard verliebt. Nun muss sie ihre Vergangenheit offenlegen, verfällt in Depressionen. Aber sie findet zum Komponieren zurück. Endgültig verstummt die Komponistin Mel Bonis allerdings nach dem Tod ihres 39-jährigen Sohnes Edouard. Ihr Werk geriet in Vergessenheit. Nun gilt es, die Komponistin wieder zu entdecken.
Claude Debussys Klaviertrio, ein Werk des 18-Jährigen, zeigt die frühe Meisterschaft des Komponisten. Es galt lange Zeit als verschollen, erst 1986 gelang eine Rekonstruktion mittels der an verschiedenen Orten aufbewahrten Teile der autographen Partitur.

Vorschaubild Stephanie Leue © Janine Guldener

Karten:
Abendkasse Normal 24 € /  Ermäßigt 19 €
Vorverkauf: Normal 21 € / Ermäßigt 16 €
Inhaber:innen der Klassik-Card erhalten ihre Tickets zum ermäßigten Preis.