Dichtercafé im Theatercafé der Tafelhalle

Dichtercafé

Von Mäusen und Menschen

Sonntag, 15.12.2019 · 16.30

Theatercafé, Tafelhalle

DICHTERCAFÉ mit Pius Maria Cüppers

Text  John Steinbeck Von Mäusen und Menschen
Musik  Aaron Copland Klavierquartett
Charles Ives Violinsonate Nr. 4 „Children’s Day at the Camp meeting“ u.a.

ensemble KONTRASTE
Lesung und Textauswahl  Pius Maria Cüppers

John Steinbeck, das Urgestein der amerikanischen Literatur, verarbeitet in dem Klassiker Of Mice and Men seine eigenen Erfahrungen als Wanderarbeiter in den 30er-Jahren, der Zeit wirtschaftlicher Depression. Von Menschen und Mäusen beschreibt die Geschichte zweier Wanderarbeiter, die von einem besseren Leben auf einer eigenen Farm träumen – präzise und schonungslos entlarvt Steinbeck den „American Dream“ als Illusion.
Es ist die liebenswerte und tragische Geschichte zweier ungleicher Freunde, Lennie und George. Lennie ist bärenstark, aber geistig zurückgeblieben, George kümmert sich um ihn. Einfach ist das nicht, bringt sich doch Lennie immer wieder ungewollt in Schwierigkeiten. Als er beispielsweise das Samtkleid einer Farmerstochter befühlen will, erschrickt das Mädchen, es sieht so aus, als habe er es zu vergewaltigen versucht. George flieht mit Lennie... Sie finden Arbeit auf einer anderen Farm, jedoch kommt es auch hier zu Schwierigkeiten. Die Ereignisse spitzen sich auf tragische Weise zu...

Pius Maria Cüppers vom Staatschauspiel Nürnberg liest aus diesem Roman, der wenig von seiner Aktualität verloren hat. Musik der Amerikaner Aaron Copland und Charles Ives ergänzt die Lesung:

Aaron Copland (1900–1990) komponierte sein Klavierquartett 1950. Es war die Zeit, als die MacCarthey-Ära mit ihrer Kommunisten-hysterie ihren Höhepunkt erreichte. Auch der jüdische Linksintellektuelle Aaron Copland geriet wegen seiner politischen Positionen ins Visier MacCarthey´s, wurde aber nicht verurteilt.
Coplands Ruhm beruhte auf populären Werken wie Appalachian Spring oder Rodeo, doch er brüskierte das Publikum auch immer wieder mit außergewöhnlichen Kompositionstechniken – wie in seinem Klavierquartett, in der alle drei Sätze auf einer Elftonreihe beruhen. Unter Vermeidung chromatischer Schärfen schuf Copland eine Musik, die Seelenzustände hörbar werden lässt.
Charles Ives
(1874–1954) fand innerhalb weniger Jahre fast beiläufig musikalische Lösungen wie Polyrhythmik, Clusterbildung, Collagen und Atonalität, die zum Kernbestand neuerer Kompositionskunst gehören. Trivialität steht neben kunstvoll Komplexem, revolutionär Neues neben schmissigen Märschen, Komik neben sentimentaler Beschwörung von Vergangenheit und Kindheit.
So auch in seiner vierten Sonate Children's Day at the Camp Meeting: Er schrieb sie in Erinnerung an die Kindergottesdienste im Freien bei den Sommer-Camp-Meetings in Connecticut. Viel Autobiographisches floss in die Komposition ein: falsch gesungene Kirchenlieder, Naturgeräusche eines Sommertags, religiöse Hymnen und Kinder, die Steine in einen Fluss werfen.

Vorschaubild Pius Maria Cüppers © Ludwig Olah

Karten: Normal 22 € / Ermäßigt 14 €
Vorverkauf: 19 € / 12 €