Dichtercafé

Squirrel

Sonntag, 06.02.2022 · 16.30 Uhr

Tafelhalle, Nürnberg

Dichtercafé mit Helwig Arenz

Text  Ernst Penzoldt            
Musik  L. Berio „op. Number zoo“, G. Ligeti, „Bagatellen“ u.a.

ensemble KONTRASTE
Lesung und Textauswahl  Helwig Arenz


Squirrel

„Ein schmaler Roman von unbeschreiblichem Zauber, der mich tagelang glücklich machte. Die Erscheinung von etwas ganz Leichtem, Sorg- und Nutzlosem, kurzum Poetischem, in der geheimnisvollen Person eines jungen Vagabunden, der während eines kurzen Verweilens alle Herzen gewinnt, allen etwas befreiend Überraschendes mitteilt, alle einen Augenblick bessert und dann wieder entschwindet – mehr ist es nicht, aber es ist entzückend.“ (Thomas Mann)
Die Rede ist von „Squirrel“, einem 1954 erschienen Roman des 1892 in Erlangen geborenen Schriftstellers  Ernst Penzoldt. Er wirkte den Großteil seines Lebens in München, wo er schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zur literarischen Größe wurde. Seine locker-witzigen Erzählungen erschienen auch während des dritten Reichs, ohne dass sich Penzoldt mit den Nazis gemein gemacht hätte. So konnte er nach dem Krieg glaubwürdiger Vertreter einer liberal gesonnenen und politisch kritischen Autorenschaft werden. Die Stadt Erlangen ehrte ihren berühmten Sohn zwar spät, aber immerhin, 2008 mit einem Denkmal!

Luciano Berio widmete sich mit seiner Komposition op. Number Zoo auf witzige Weise der Tierwelt. Wie andere Kollegen aus der Avantgarde-Generation (Stockhausen, Boulez u.a.) suchte auch Berio damals nach neuen Formen. Eine davon, die sog. „Sprachkomposition“, wandte er in op. Number Zoo an. Jedem Satz liegt eine kleine Tiergeschichte zugrunde, die jeweils von einem Musiker des Bläserquintetts gesprochen wird, während die anderen weiterspielen.
Im ersten Satz lässt sich ein Hühnchen auf einen Tanz mit dem Fuchs ein und merkt zu spät, dass das sein Ende bedeutet. Das Reh denkt im zweiten Satz über den Sinn des Lebens nach, insbesondere über die Frage, warum das Zweibein, genannt Mensch, eigentlich immerzu durch die Natur trampele. Die alte Maus im dritten Satz ist müde geworden. Sie hält den jungen Mäusen eine Predigt über die Mühen des Alters. Im Finale liefern sich zwei Großstadtkater ein Gefecht.
Die Sechs Bagatellen für Bläserquintett formte György Ligeti aus Sätzen seiner Musica Ricercata für Klavier, in der er sich mit ungarischer Volksmusik auseinandersetzte – eines der wenigen Werke, die Ligeti 1956 bei seiner Flucht aus Ungarn mitnehmen konnte.

Vorschaubild © Raphael Rumpf

Karten:
Abendkasse Normal 24 € /  Ermäßigt 19 €
Vorverkauf: Normal 21 € / Ermäßigt 16 €
Inhaber:innen der Klassik-Card erhalten ihre Tickets zum ermäßigten Preis.