Stefan Danhof & Jessica Hartlieb

Dichtercafé

Ein Festtag

Sonntag, 02.05.2021 · 16.30 Uhr

Tafelhalle, Nürnberg

Dichtercafé mit Helwig Arenz

Text  Graham Swift
Musik  Fritz Kreisler Liebesleid, Liebesfreud, Schön Rosmarin 
Edward Elgar
Mot d'Amour, Bizarrerie  Frank Bridge Four Short pieces

ensemble KONTRASTE
Violine  Jessica Hartlieb
Klavier  Stefan Danhof 

Lesung und Textauswahl  Helwig Arenz
 

England hat seit jeher großartige Romanciers hervorgebracht. Der 1949 geborene Autor Graham Swift steht zweifellos in dieser Tradition, Kritiker zählen ihn zu den wichtigsten Erzählern der britischen Gegenwartsliteratur. Seine Spezialität ist die untrennbare Verbindung von persönlichen Schicksalen mit der jeweiligen historischen Situation der Protagonisten, wobei dies meist die jüngere englische Geschichte ist. Dabei pflegt er eine Erzähltechnik, die verschiedene Zeitebenen des Geschehens ineinanderfügt. Er erklärt selbst, von Autoren wie Gabriel Márquez oder Günter Grass beeinflusst zu sein, das Stichwort „Magischer Realismus“ wird oft zur Charakterisierung seines Stils herangezogen.
Den großen Durchbruch schaffte er 1983 mit seinem Roman Waterland, danach eilte der Autor von Erfolg zu Erfolg, wurde vielfach ausgezeichnet und mehrere seiner Werke wurden verfilmt.
Auch seine Erzählung Mothering Sunday von 2016, ein Jahr später unter dem Titel Ein Festtag auf Deutsch erschienen, wurde auf Anhieb ein Bestseller, übersetzt in mehr als 20 Sprachen und mit dem renommierten Hawthornden-Preis ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt steht Jane Fairchild, ein junges Dienstmädchen auf einem Landsitz, das als Findelkind aufgewachsen ist und nichts über seine Herkunft weiß. Die Geschichte spielt am 30. März 1924, dem „mothering day“ – Dienstmädchen haben da frei, um ihre Mütter besuchen zu können. Doch Jane wird an diesem Tag ein folgenschweres Rendezvous haben – ein Rendezvous, das tragisch endet, aber auch Janes Leben eine neue Richtung geben soll: „Graham Swift erzählt in seiner neuen, zauberhaften Novelle, wie aus einem Hausmädchen eine Schriftstellerin wird.“ In der Wochenzeitung „Die Zeit“ schrieb Ursula März: „Die unfassbare Eleganz des Buches aber entsteht aus der Handhabung der Zeit. In einem Satz begegnen sich die 22-jährige und die 90-jährige Jane. Der Erzähler folgt nicht der Zeit, er schaut auf sie herunter: Downton Abbey und klassische Moderne in einem also.“
Es erklingt anrührende Musik für Violine und Klavier – komponiert in derselben  Epoche, in der auch die Handlung spielt – von Fritz Kreisler, Edward Elgar und Frank Bridge. Alle drei verstanden als gelernte Geiger ihr Handwerk, Kreisler war darin sogar Weltstar. 

Karten
Normal: 25 € / Ermäßigt: 20 €     
Vorverkauf: 21 € / Ermäßigt: 16 €