Bildrechte © Friedrich-Murnau-Stiftung, Wiesbaden

Stummfilm & Musik

Carmen

Freitag, 28.01.2022 · 20 Uhr

Tafelhalle, Nürnberg

Regie Ernst Lubitsch (1918)
Musik  Tobias Schwencke (2021)
Nürnberger Erstaufführung

ensemble KONTRASTE
Leitung   Christoph Altstaedt
 

Carmen
Nicht nur Opernfreunde kennen die Geschichte von Bizets Carmen, eine der erfolgreichsten Opern der Theatergeschichte, 1875 uraufgeführt: Der Dragoner Don José lernt in Sevilla die attraktive und laszive Zigarettenfabrikarbeiterin Carmen kennen und verfällt ihr. Als sie wegen Schmuggelei verhaftet werden soll, verhilft er ihr zur Flucht, wird dafür degradiert und letztlich aus der Armee verstoßen. Daraufhin wird José Mitglied in Carmens Schmugglerbande und kann ihr auf diese Weise nahe sein. Doch umsonst: Er muss bald erkennen, dass Carmens Herz mittlerweile dem Stierkämpfer Escamillo gehört. Aus Eifersucht ersticht er Carmen vor der Stierkampfarena.
Natürlich hat die zu Anfang des 20. Jahrhunderts aufblühende Filmindustrie schnell erkannt, dass dies auch ein idealer Kinostoff wäre – eine Filmdatenbank verzeichnet rund 40 Titel, die um die Thematik kreisen. Einen der frühesten Carmen-Stummfilme schuf 1918 der damals 26-jährige Regisseur Ernst Lubitsch, der später in Hollywood zum großen Meister witziger und für damalige Verhältnisse leicht frivoler Gesellschaftskomödien aufstieg – der „Lubitsch-Touch“ wurde beinahe sprichwörtlich im Filmgeschäft. Sein Carmen-Film versucht, die zugrundeliegende Novelle von Prosper Mérimée zu neuem Leben zu erwecken, und ist auch deshalb von filmhistorischem Interesse, weil er den Starruhm der Schauspielerin Pola Negri begründete. Im englischsprachigen Raum lief der Film unter dem Titel Gypsy Blood (Zigeunerblut).

Die Musik zum Film
Einen Carmen-Film zu vertonen, ist schon deshalb eine besondere Herausforderung, weil jeder Bizets Opern-Motive im Ohr hat. Mit ihnen arbeitete auch die ursprüngliche Filmmusik von 1918. Seit den 1980er Jahren gab es immer wieder Neuvertonungen des Films. Das ensemble Kontraste wird jedoch eine brandneue Vertonung von Tobias Schwencke zur Aufführung bringen! 
Der Komponist und Pianist Tobias Schwencke studierte Komposition, Klavier und Liedbegleitung in Duisburg, Saarbrücken und Berlin. Neben seiner Arbeit im Bereich der experimentellen Musik entwickelte er Bühnenmusiken unter andern für das Berliner Ensemble, das Maxim-Gorki-Theater oder die Bayerische Staatsoper. In den letzten Jahren entstanden neben eigenen Werken auch Opernbearbeitungen und eine neue konzertante Filmmusik zu F. W. Murnaus berühmter Faust-Verfilmung von 1926, die bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde.
Eine neue Musik zu Lubitschs Carmen schreibt Schwencke im Auftrag von ZDF/ arte. Das ensemble Kontraste wird den Film im Rahmen der Stummfilmtage aufführen, mit Schwenckes Neuvertonung als Nürnberger Erstaufführung.

Vorschaubild  © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden

Karten:
Abendkasse Normal 27 € /  Ermäßigt 22 €
Vorverkauf: Normal 24 € / Ermäßigt 19 €
Inhaber:innen der Klassik-Card erhalten ihre Tickets zum ermäßigten Preis.