Konzertübersicht
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Red Run
Joseph Haydn: Symphonien Nr. 45 und Nr. 49
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
A. Bruckner: Messe f-moll / Te Deum
G.F. Händel: Messias
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
Dichtercafé
Kaminer erforscht, erzählt Skurriles aus seinem großen Freundeskreis und würzt alles mit persönlichen Anekdoten und Kommentaren. Von Ilona etwa, die ständig eine Mütze trägt. Angeblich haben ihr Ärzte eine Maus in den Kopf operiert. Eine Freundin will ihren treulosen Ehemann zurück, konsultiert Berliner Profihexen und enthüllt deren dubiose Tricks. Der zufällige Besuch einer Vernissage hingegen bringt Sascha einigen Kummer: Nach einem Saufgelage mit dem schwulen Künstler und Kneipen-Maler findet er wenig später sein Konterfei an den Wänden diverser Szene-Läden verewigt - mal als Zeus, dann als Kaktus, ägyptische Königin oder trauriger Fisch.
„Dort, wo ich herkomme, ist das Leben zum Leben ungeeignet. Ganz anders ist es hier, wo man unter Umständen mehrere Leben gleichzeitig führen kann".
Lektionen eines Russen in Berlin. Sympathisch und gewitzt schlendert er weiter durch seinen Kiez, den vielen Möglichkeiten auf der Spur.
(Cristina Moles Kaupp)
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Weihnachtsoratorium
A. Vivaldi: Credo RV 591,
L. Dallapiccola: Concerto per la notte di natale (1956)
Leitung: Matthias Ank
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Acis und Galatea
Libretto von John Gay, Alexander Pope, John Hughes
Neujahrskonzert
Alexander von Zemlinsky: Walzerzwischenspiel aus
der Oper „Kleider machen Leute“
HK Gruber: „Frankenstein !!“ (1976/77) Ein Pandämonium für
Chansonnier und Orchester nach Kinderreimen von H. C. Artmann
Leitung: Kevin John Edusei
Nürnberger Nachrichten
Das Neujahrskonzert des zum Kammerorchester erweiterten ensemble KONTRASTE dreht sich diesmal unter der Leitung seines neuen künstlerischen Leiters K. J. Edusei um die Mutter aller Neujahrskonzerte - um Wien. Alle Komponisten waren und sind Wiener, allerdings mit unterschiedlichstem Renommé ausgestattet.
So könnte man mit dem Für und Wieder der Experten, ob nun Beethovens erste Symphonie den Startschuß für die romantische und moderne Symphonik darstelle oder auch noch nicht, eine halbe Bibliothek füllen. Grandiose Musik jedenfalls und auch als Erstling trägt sie unverkennbar des Meisters Handschrift.
Zemlisky dagegen war ein weitaus weniger eindeutiger und verdeckterer Zeitgenosse. Brahms hat ihn gefördert und er konnte als Kompositionslehrer auf eine progressive Schülerschar (u.a. Arnold Schönberg) blicken. Meist hat er sich, wie sein in dem Konzert zu hörendes Walzerzwischenspiel, zwischen den Welten befunden.
Zwischen den Welten ist auch die Welt des schrägen Chansonniers, Kontrabassisten, Komponisten und Dirigenten H.K. Gruber.
Frankenstein!! (1976/77), ein Pandämonium für Chansonnier und Orchester nach Kinderreimen von H. C. Artmann, von HK Gruber wurde 1978 in Liverpool unter Leitung des jungen Simon Rattle uraufgeführt und ein Welterfolg.
Artmanns schwarz triefender Humor hat es nicht nur auf unseren guten Geschmack abgesehen, unter der Oberfläche kocht und brodelt es.
Doch auch die Musiker des Orchesters haben ihren Spass an diesem musikalischen Gruselkabinett: Denn wann sonst darf der Pauker aufgeblasene Papiertüten platzen lassen, der Hornist in eine Spielzeugtrompete blasen, der Flötist mit seinen Kollegen Plastikrohre zum Singen bringen, die Schlagzeuggruppe im dreistimmigen Falsett knödeln oder die Harfenistin ihr zart besaitetes Instrument gegen eine lärmende Autohupe (Modell "aus der Zeit um 1910") eintauschen? Und das alles in der unschuldigen Absicht, "grausam gute Laune zu verbreiten" (Mark Schulze Steinen).
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Sadie Thompson” (USA 1928)
Der Arzt und Psychoanalytiker Dr. Mabuse führt hinter der gutbürgerlichen Fassade seiner Praxis ein verbrecherisches Doppelleben. Er ist der Kopf einer verzweigten Verbrecherbande mit mafiösen Strukturen, die sogar die Polizei unterwandert hat. Nachts erscheint Mabuse in wechselnden Masken und Verkleidungen in Nachtclubs sowie legalen und illegalen Spielcasinos, wo er beim Kartenspiel seine Mitspieler durch Hypnose manipuliert, zu hohen Einsätzen verleitet und verlieren lässt. Außerdem manipuliert Mabuse durch Aktendiebstahl und gezielte Falschinformationen die Börsenkurse, ist in Spionagefälle verwickelt, besitzt Häuser, Autos, Yachten, Nachtclubs und sogar eine eigene Falschgelddruckerei. Das auf diese Weise erwirtschaftete Vermögen legt er in große Schmuggelaktionen an. Er ist ein Meister der Maske und der Hypnose und will mit seiner Verbrecherbande im Berlin der 1920er Jahre eine gesetzlose Schreckensherrschaft errichten, einen „Staat im Staate“, wie er es später selbst formuliert.
Ein rasanter Anfang führt den Zuschauer in die Welt des übermenschlichen Verbrechers ein: In einem internationalen Fernschnellzug wird ein Geheimkurier niedergeschlagen. Seine Tasche fliegt aus dem Fenster des Zuges und landet auf dem Rücksitz eines Autos, das von einem Komplizen pünktlich durch eine Unterführung des Bahndamms gesteuert wird. Die Tasche wandert von einer Hand zur anderen. Dann ist die Sensation perfekt. Der Diebstahl des Geheimvertrags wird in der Weltpresse veröffentlicht und führt zu einem Börsensturz. Dahinter steckt Dr. Mabuse, der aus der Baisse als einziger Kapital schlägt. Staatsanwalt von Wenk, Leiter des Spezialdezernats zur Bekämpfung der Spielleidenschaft, kommt dem dämonischen Verbrecher auf die Spur. Trotz aller Bemühungen der Polizei reichen die Beweise aber nicht, Mabuse zu überführen, geschweige denn zu verhaften. In einem Spielsalon lernt Wenk die Gräfin Told kennen, die er zur Mitarbeit überreden kann. Dr. Mabuse fährt inzwischen fort, die Menschheit für seine Zwecke zu missbrauchen. Sein Blick ist Befehl, dem sich keiner entziehen kann. Am Schluss des ersten Teils des Films steht er auf dem Höhepunkt seiner Macht; keiner seiner Gegner kann ihm das Wasser reichen.
Teil 2: Dr. Mabuse - Inferno des Verbrechens
Die Gräfin Told, die im Auftrag Dr. von Wenks Mabuses Komplizin Cara Carozza aushorchen sollte und ihr ins Gefängnis folgte, versagt angesichts deren Leidenschaft für den dämonischen Doktor. Um Mabuse ihre wahre Liebe zu beweisen, nimmt sich Cara Carozza das Leben. Mabuse seinerseits begehrt die Gräfin Told; er entführt sie und richtet ihren Mann, einen degenerierten Adligen, systematisch zu Grunde, indem er ihn zuerst zum Falschspiel, schließlich unter Einsatz seiner stärksten Waffe, der Hypnose, zum Selbstmord treibt: In Trance schneidet er sich die Kehle durch. Doch der Untergang Dr. Mabuses bahnt sich an: Er will Wenk, seinen noch verbliebenden Gegenspieler, beseitigen lassen. Der Anschlag misslingt, und dies gibt Wenk die Möglichkeit zu kontern. Er treibt Mabuse in die Enge. Mabuse wird zusammen mit seiner Bande in seinem Haus von der Polizei belagert. Er verteidigt sich so verbissen, dass der Staat zum letzten Mittel greifen muss, dem Einsatz von Militär. Dennoch kann er noch einmal entkommen. Er flieht durch die Kanalschächte der Stadt und gelangt in seine Falschgeldwerkstatt. Dort angekommen findet er aber alle weiteren Fluchtwege verschlossen und auch der Rückweg ist versperrt – er sitzt wie ein gefangenes Tier in der Falle. Mabuse bricht zusammen, Bilder jagen ihm durch den Kopf, die Geister seiner Opfer verfolgen ihn. Die Polizei findet ihn, wahnsinnig geworden, inmitten eines Haufens Falschgeld sitzend.
Michael Obst: Dr. Mabuse, der Spieler
Musik zu dem Stummfilm von Fritz Lang
Meine erste Berührung mit dem Film hatte ich vor einiger Zeit, als ich im Auftrag des Südwestfunks ca. 12 Minuten elektronische Musik für ein Fernsehspiel von 75 Minuten Dauer beisteuerte. Es handelte sich um die Geschichte eines Studenten, der über Mozart forscht und schließlich ein ähnliches Ende erleidet wie der Meister. Ich empfand das Resultat als ziemlich frustrierend, da der größte Teil meiner Komposition nach der Endabmischung kaum mehr zu hören war. Um so mehr reizte es mich, mit der Komposition einer Filmmusik für Dr. Mabuse eine Aufgabe zu übernehmen, bei der mein Beitrag volle Geltung haben würde. Die Musik zum Stummfilm verläuft ja in zeitlicher Kontinuität völlig gleichberechtigt zur Bildebene. Im Falle von Dr. Mabuse, genauer seines ersten Teils, den ich komponierte, bedeutet das zwei Stunden und 27Minuten! Mich schreckte dieses Mammutprogramm nicht so sehr, da ich sowieso eine abendfüllende Arbeit, vergleichbar mit einem Bühnenwerk, übernehmen wollte. Zudem faszinierte mich ein derartiges Projekt aufgrund weiterer Aspekte: So hat mich das Medium Film von jeher interessiert. Ich bin offen für neue Entwicklungen im Videobereich, das Visuelle ist mir keineswegs gleichgültig. Ferner wollte ich das angewandte Prinzip des Musizierens erproben, vor allem unter der strengen Bedingung, daß die filmische Form bereits vorgegeben ist. Und schließlich war die ungewöhnliche Aufgabe, zu einer historisch abgeschlossenen Kunstgattung eine Interpretation aus heutiger Sicht zu geben, für mich eine große Herausforderung. Von Anfang an war ich von der Bildsprache dieses Klassikers begeistert, die aus der stummen Ästhetik des „Lichtspiels" resultiert. Das Atmosphärische des gestisch verlangsamten Spiels der Darsteller und die besondere Erzählkunst der Kamera berührte mich. Eindrücke mit solcher Dominanz des Visuellen erhielt ich von keiner anderen Kunstform.
Michael Obst erläuterte seine Komposition am 15. März 1991 in einem Gespräch mit Lothar Prox, der diese „Anmerkungen zur Musik' aufzeichnete und redigierte.
Dichtercafé
uns mit Holly Golightly bekannt, einem achtzehnjährigen hinreißend
verrückten Mädchen, das in einem der typischen schmalen Backsteinhäuser auf der East Side von Manhatten lebt und mit entwaffnender Unschuld bekennt:" Ich habe nicht mehr als elf Liebhaber gehabt." Truman Capote hat mit unvergleichlicher Leichtigkeit ein berückendes, melancholisches, von Gin und Rosen umduftetes Portrait Hollys geschaffen, daß wir uns in sie verlieben müssen, ob wir nun wollen oder nicht.
Charles Louis Eugène Koechlin wurde am 27. November 1867 in Paris als siebtes Kind einer wohlhabenden, gebildeten elsässischen Familie geboren. Er wollte Astronom werden – Nachklang dieser Neigung mögen die vielen Nachtstücke und -stimmungen in seinen Werken sein. Fünfzehnjährig begann er zu komponieren, und 1890 entschied er sich endgültig für den musikalischen Weg. Der freie Künstler und der systematische Forscher – beide finden sich in seiner Musik wieder. Er war ein echter Freigeist, ein bedingungsloser Individualist, ein Freak. Seine Triebfedern waren die Phantasie und das Träumen, kunstvoll verwirklicht. „Angesichts Ihrer Kompositionen habe ich den Eindruck, es mit der Musik eines Zauberers zu tun zu haben, der der Generation nach mir selbst angehören könnte.“ (Darius Milhaud)
Zudem faszinierten Koechlin seit Beginn der 30er-Jahre zunehmend die Möglichkeiten des neuen Mediums Film. Er wurde ein passionierter Kinogänger und ein leidenschaftlicher Verehrer der Schauspielerin Lilian Harvey, der er auch sein „Album de Lilian“ widmete.
Ein Meister des Marketing ist Charles Koechlin allerdings nicht gewesen. Aber langsam spült ihn die Zeit aus dem Verborgenen dorthin, wo er hingehört - nach oben.
"Das Leben des Künstlers, der vor allem anderen über die Schönheit nachdenkt, ist beneidenswert. Es erlaubt, sich auf ein Ideal hin zu bewegen. Ein solches Leben schenkt Freiheit. Diese Freiheit ist: 'ganz du selbst sein', zu schreiben in deinem Elfenbeinturm, der ein Leuchtturm für die Welt werden kann."
Mozart: Requiem / Gubaidulina – 7 Worte
Jubiläumskonzert - 20 Jahre ensembleKONTRASTE
Nürnberg, Tafelhalle
mit Tristan Vogt und Dr. Ulrich Maly
„Wagner im Salon“ Texte von und über Richard Wagner,
Ouverturen in Salonorchesterfassungen
Tristan-Vorspiel
Meistersinger-Vorspiel
Lohengrin-Vorspiel
Lohengrin-Vorspiel 3.Akt
Lied an den Abendstern
Isoldes Liebestod
dazwischen Texte von
Richard Wagner, Cosima Wagner, Friedrich Nietzsche, Eduard Hanslick, Heinrich Mann, Thomas Mann, Victor von Bülow u. a.
Für „Wagner im Salon“ hat das ensemble KONTRASTE Tristan Vogt von „Thalias Kompagnons“ gebeten, seinen Fokus nach über 100 Aufführungen von „Wagners Ring“ erneut auf Wagner zu richten. Wer Tristan Vogt aus seinen fulminanten Puppentheaterproduktionen kennt, weiß welch profunde und nicht alltägliche Einblicke zu erwarten sind. Eine ironische Zitaten-Homage an die Geister, die der Bayreuther Egomane rief und überlebenslang nicht mehr los wird. Vom kritischen Zeitgenossen Hanslick bis zum anbetungsvoll spottenden Loriot. Wagners Person steht diesmal im Mittelpunkt des Geschehens. Seine Korrespondenz mit König Ludwig, der Kampf Wagners Umgebung mit seiner Person, der Kronzeuge Thomas Mann kommt zu Wort. Man darf unterschiedlicher Meinung sein über den „abgefeimten Zauber“ dieser Musik und den Charakter ihres Schöpfers allemal(K.Stoll). Eine amüsant anregende Wagner-Studie. Die Musikfassung der Ouvertüren für vier Streicher, Klavier und Akkordeon liefert das passende Extrakt. Für Wagnerfreunde - Feinde und Neulinge gleichermaßen.
György Ligeti: Bagatellen für Bläserquintett
Béla Bartók: Contrasts für Klarinette, Violine und Klavier
W. A. Mozart: Klavierquartett g-moll KV 478
21.00 Uhr Konzert II
Michael Obst: Neues Werk UA (Auftragskomposition ensembleKONTRASTE)
Robert Schumann: Kinderszenen op.15 (Bearbeitung M. M. Reißenberger)
Arnold Schönberg: Kammersymphonie Nr.1 op. 9
Leitung: Simon Gaudenz
Uwe Sommer
Mit welcher Musik feiert eine so vielseitige Formation wie das „Ensemble Kontraste“ ihr 20jähriges Bestehen? Mit Lieblingsstücken? Klassikern? Huldigungsmärschen? Einer klingenden Chronologie? Ungewöhnlichen Herausforderungen? Uraufführungen? Stücken, die für das Ensemble geschrieben wurden? Lauter Überraschungen? – Das 20-Jahre-„Kontraste“-Programm ist alles zugleich. Eine musikalische Wundertüte, locker gefügt, und doch wie beiläufig viele Impulse in sich vereinend, die den Geist und die Geschichte des Ensembles ausmachen. 215 Jahre liegen zwischen dem ältesten und jüngsten Stück des Programms, und alle sechs sind unterschiedlichen Epochen zuzurechnen: Die „Kontraste“ holen weit aus, um sich zu porträtieren.
Die ersten Gedanken bei der Zusammenstellung des Programms waren pragmatisch und inhaltlich noch recht unspezifisch: Es sollte möglichst alle Musiker des Ensembles attraktiv „beschäftigen“ und interessante – nun ja – „Kontraste“ bieten. Lieblingsstücke drängten sich auf, ein Auftrag an einen befreundeten Komponisten kam zustande, der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem „Hausarrangeur“ wollte man gedenken... Das Ergebnis all dieser Erwägungen ist nun ein Sechser-Pack, das in der Tat die genannten Wünsche einlöst und zugleich die Arbeit des Ensembles so umfassend, wie es an einem Abend eben möglich ist, dokumentiert. Traditionspflege, Klassiker und weniger Bekanntes der Neuen Musik, eine Uraufführung und eine Bearbeitung – das Programm zeugt von der lustvollen Offenheit und der Freude am Kontrast, die das Ensemble seit je auszeichneten.
In den Pausen: Festbetrieb für Alle.
„Die Puppe“ (D 1919)
Regie: Ernst Lubitsch
Musik: Martin Smolka UA (Auftragskomposition ensembleKONTRASTE)
Leitung: Frank Strobel
Ums Saufen, Fressen geht’s, ums Geld, um Liebe und darum, dass die praktischste Frau eine Puppe ist. Diese hier ist weder seelenlos böse noch schicksalsgetrieben, lediglich ein wenig ungezogen und ungelenk. Ein Mäuschen genügt, um sie als lebendiges, ängstliches Mädchen zu entlarven. Zur ältesten Motivgeschichte dieser „Filmoperette" gehört die schamlose Lust an menschlichen Unzulänglichkeiten, an Fresssucht, Geiz, Geldgier. Ein ostentatives Desinteresse an psychologisch nachvollziehbarer Motivation bestimmt die Filmszene. Lubitsch jongliert mit den uralten Späßen des Unterhaltungstheaters: plumpen Scherzen, unverblümten Sexualanspielungen, Überrumpelungskomik. Ein Dauerkontrast von märchenhafter Harmlosigkeit und bloßstellender Komik. Dass dieser Film die Zuschauer zu Kindern macht mit staunenden Augen, ist Aufforderung und Versprechen einer jeden Märchenszene. Nur wer glaubt, hat etwas davon: vom Mädchen, das wie eine aufgezogene Puppe tanzt, vom Menschen, der an einem Bündel Luftballons emporschwebt, vom Pferden, die verkleidete Menschen sind und eine Hochzeitskutsche ziehen. Das ausgestellte „Als-ob" des Films stört nicht die Faszination, sondern begründet sie. (Uta Berg-Gantschow, in: Prinzler/Patalas (Hg): Ernst Lubitsch; München 1984), Schirmherrschaft Dr. Ulrich Maly.
Für die freundliche Unterstützung danken wir ZDF/Arte der Stadt Nürnberg, dem Freistaat Bayern, dem Bezirk Mittelfranken, der Tafelhalle, dem Bayerischen Rundfunk-Studio Franken, den Nürnberger Symphonikern, (a)synchron StummFilmMusiktage Erlangen, den Nürnberger Nachrichten, Piano Haid Nürnberg sowie der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Wanderer mit Christoph Prégardien (Tenor)
19.00 Konzerteinführung Prof. S. Mauser
Robert Schumann: Waldszenen op.82 / Sieben Lieder aus dem „Liederjahr“ 1840
Vier Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine
Wilhelm Killmayer: Vier Lieder aus den „Hölderlin-Liedern II“
(Bearbeitungen für kl. Ensemble von M.M. Reißenberger )
Gustav Mahler: „Lieder einen fahrenden Gesellen“ (Bearbeitung Arnold Schönberg)
Tenor: Christoph Prégardien
Konzertmeister und Leitung: Hans Peter Hofmann
Die Idee der arrangierten Instrumentalbesetzung geht dabei von jener Bearbeitung der Lieder eines fahrenden Gesellen aus, die Arnold Schönberg bzw. Erwin Stein zur Aufführung im “Verein für musikalische Privataufführungen” erstellt hatten.
Die Besetzung erhält sich die Beweglichkeit des Klaviers und bietet orchestrales Farbenspiel. Musik und Wort entfernen sich ein wenig von der Atmosphäre des klassischen Liederabends - von den „Pinguinen im Frack“ (Hans Zender) - ohne die zeitlose Suche der hoch - und spätromantischen Komponisten und Dichter antasten zu wollen.
Durchaus kein Außenseiter in dieser Werkfolge ist Wilhelm Killmayer, geboren 1927. Eine Geistesverwandtschaft, eine Nähe zu Schumann und Mahler zeigt sich in seinen großartigen Hölderlin-Zyklen aus den Jahren 1986/ 87. Auf dem Programm stehen die letzten vier Lieder des 2. Zyklus, beginnend mit dem Stück In lieblicher Bläue und danach durchkomponiert bis zum Sehnsuchtsausruf Griechenland! des – auch einer tragischen Lebensfahrt anheimgefallenen – Dichters Friedrich Hölderlin.
„Originalität ist nicht die Erfindung, sondern der Umgang damit; nicht das Was, sondern das Wie. Ein neuer Umgang mit einer Sache ist natürlich etwas Neues, wobei ich glaube, daß wir das Neue lange Zeit irrsinnig überschätzt haben.“(W. Killmayer)
Wanderer mit Christoph Prégardien (Tenor)
19.00 Konzerteinführung Prof. S. Mauser
Robert Schumann: Waldszenen op.82 / Sieben Lieder aus dem „Liederjahr“ 1840
Vier Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine
Wilhelm Killmayer: Vier Lieder aus den „Hölderlin-Liedern II“
(Bearbeitungen für kl. Ensemble von M.M. Reißenberger )
Gustav Mahler: „Lieder einen fahrenden Gesellen“ (Bearbeitung Arnold Schönberg)
Tenor: Christoph Prégardien
Konzertmeister und Leitung: Hans Peter Hofmann
Die Idee der arrangierten Instrumentalbesetzung geht dabei von jener Bearbeitung der Lieder eines fahrenden Gesellen aus, die Arnold Schönberg bzw. Erwin Stein zur Aufführung im “Verein für musikalische Privataufführungen” erstellt hatten.
Die Besetzung erhält sich die Beweglichkeit des Klaviers und bietet orchestrales Farbenspiel. Musik und Wort entfernen sich ein wenig von der Atmosphäre des klassischen Liederabends - von den „Pinguinen im Frack“ (Hans Zender) - ohne die zeitlose Suche der hoch - und spätromantischen Komponisten und Dichter antasten zu wollen.
Durchaus kein Außenseiter in dieser Werkfolge ist Wilhelm Killmayer, geboren 1927. Eine Geistesverwandtschaft, eine Nähe zu Schumann und Mahler zeigt sich in seinen großartigen Hölderlin-Zyklen aus den Jahren 1986/ 87. Auf dem Programm stehen die letzten vier Lieder des 2. Zyklus, beginnend mit dem Stück In lieblicher Bläue und danach durchkomponiert bis zum Sehnsuchtsausruf Griechenland! des – auch einer tragischen Lebensfahrt anheimgefallenen – Dichters Friedrich Hölderlin.
„Originalität ist nicht die Erfindung, sondern der Umgang damit; nicht das Was, sondern das Wie. Ein neuer Umgang mit einer Sache ist natürlich etwas Neues, wobei ich glaube, daß wir das Neue lange Zeit irrsinnig überschätzt haben.“(W. Killmayer)
Wanderer mit Christoph Prégardien (Tenor)
19.00 Konzerteinführung Prof. S. Mauser
Robert Schumann: Waldszenen op.82 / Sieben Lieder aus dem „Liederjahr“ 1840
Vier Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine
Wilhelm Killmayer: Vier Lieder aus den „Hölderlin-Liedern II“
(Bearbeitungen für kl. Ensemble von M.M. Reißenberger )
Gustav Mahler: „Lieder einen fahrenden Gesellen“ (Bearbeitung Arnold Schönberg)
Tenor: Christoph Prégardien
Konzertmeister und Leitung: Hans Peter Hofmann
Die Idee der arrangierten Instrumentalbesetzung geht dabei von jener Bearbeitung der Lieder eines fahrenden Gesellen aus, die Arnold Schönberg bzw. Erwin Stein zur Aufführung im “Verein für musikalische Privataufführungen” erstellt hatten.
Die Besetzung erhält sich die Beweglichkeit des Klaviers und bietet orchestrales Farbenspiel. Musik und Wort entfernen sich ein wenig von der Atmosphäre des klassischen Liederabends - von den „Pinguinen im Frack“ (Hans Zender) - ohne die zeitlose Suche der hoch - und spätromantischen Komponisten und Dichter antasten zu wollen.
Durchaus kein Außenseiter in dieser Werkfolge ist Wilhelm Killmayer, geboren 1927. Eine Geistesverwandtschaft, eine Nähe zu Schumann und Mahler zeigt sich in seinen großartigen Hölderlin-Zyklen aus den Jahren 1986/ 87. Auf dem Programm stehen die letzten vier Lieder des 2. Zyklus, beginnend mit dem Stück In lieblicher Bläue und danach durchkomponiert bis zum Sehnsuchtsausruf Griechenland! des – auch einer tragischen Lebensfahrt anheimgefallenen – Dichters Friedrich Hölderlin.
„Originalität ist nicht die Erfindung, sondern der Umgang damit; nicht das Was, sondern das Wie. Ein neuer Umgang mit einer Sache ist natürlich etwas Neues, wobei ich glaube, daß wir das Neue lange Zeit irrsinnig überschätzt haben.“(W. Killmayer)
Tabu (USA 1931)
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Zauberflöte“ - Eine Prüfung
„Die Puppe“ (D 1919)
Musik: Martin Smolka
Leitung: Frank Strobel
Ums Saufen, Fressen geht’s, ums Geld, um Liebe und darum, dass die praktischste Frau eine Puppe ist. Diese hier ist weder seelenlos böse noch schicksalsgetrieben, lediglich ein wenig ungezogen und ungelenk. Ein Mäuschen genügt, um sie als lebendiges, ängstliches Mädchen zu entlarven. Zur ältesten Motivgeschichte dieser „Filmoperette" gehört die schamlose Lust an menschlichen Unzulänglichkeiten, an Fresssucht, Geiz, Geldgier. Ein ostentatives Desinteresse an psychologisch nachvollziehbarer Motivation bestimmt die Filmszene. Lubitsch jongliert mit den uralten Späßen des Unterhaltungstheaters: plumpen Scherzen, unverblümten Sexualanspielungen, Überrumpelungskomik. Ein Dauerkontrast von märchenhafter Harmlosigkeit und bloßstellender Komik. Dass dieser Film die Zuschauer zu Kindern macht mit staunenden Augen, ist Aufforderung und Versprechen einer jeden Märchenszene. Nur wer glaubt, hat etwas davon: vom Mädchen, das wie eine aufgezogene Puppe tanzt, vom Menschen, der an einem Bündel Luftballons emporschwebt, vom Pferden, die verkleidete Menschen sind und eine Hochzeitskutsche ziehen. Das ausgestellte „Als-ob" des Films stört nicht die Faszination, sondern begründet sie. (Uta Berg-Gantschow, in:
Prinzler/Patalas (Hg): Ernst Lubitsch; München 1984)
Im Rahmen des 23. Sommernachtsfilmfestivals
Für die freundliche Unterstützung danken wir
der Ernst von Siemens Musikstiftung.

