Zum Ende der Zeit - pour la fin du temps
Kunst unter der Kuppel
10.2.2012, 20.00 Uhr
11.2.2012, 20.00 Uhr
12.2.2012, 17.00 Uhr
29.6. 2012, 23.00 Uhr im Rahmen der ION
16.11. 2012, 20.00 Uhr
17.11. 2012, 20.00 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Olivier Messiaen
Zum Ende der Zeit - pour la fin du temps
VideoKunstKonzert in acht Bildern
Christoph Brech & ensembleKONTRASTE
gefördert durch
Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg , Verein Ausstellungshaus für Christliche Kunst e.V. Bezirk Mittelfranken, Kost-Pocher'sche Stiftung und Kunst- und Kulturstiftung der Nürnberg Nachrichten
Eine Koproduktion von ensembleKONTRASTE und dem
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Der mehrfach preisgekrönte Foto- und Videokünstler Christoph Brech verwandelt die Dinge des Lebens in Meditationen über Schönheit und Vergänglichkeit. In dem Projekt „Zum Ende der Zeit“ nutzt er zum ersten Mal die 360-Grad-Projektion des Full Dome. Mit seinem außergewöhnlichen Gefühl für Zeit und Raum, verdichtet Brech die Musik des großen Mystikers Olivier Messiaen zusammen mit seinen Videos zu einem suggestiven Kosmos. Komponiert und uraufgeführt wurde das Quartett „ Pour la fin du Temps“ 1941 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager.
„Während meiner Gefangenschaft löste der Nahrungsmangel bei mir farbige Träume aus, hat mich hingedrängt zu diesen jähen Sternen, diesen blau-orangenen Lavaströmen, diesen Planeten von Türkis, diesem Wirbel von Tönen und Farben...“ (Olivier Messiaen)
Olivier Messiaen - Quatuor pour La Fin Du Temps
Olivier Messiaens Quartett Zum Ende der Zeit für Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier dauert etwa fünfzig Minuten. Es entstand im Winter 1940 -1941 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager bei Görlitz (Schlesien) und wurde dort am 15. Januar 1941 vor etwa 2000 Gefangenen unter freiem Himmel uraufge- führt.In der Kuppel des Planetariums wird bereits beim Einlass der Konzertbesucher und auch noch zu Be- ginn des Quartettes die Sternenkonstellation jener schlesischen Uraufführungsnacht zu sehen sein. Davon ausgehend entwickeln sich entsprechend den acht Sätzen des Quartetts acht Bilderfolgen.
Messiaen entlehnte die Mehrzahl der Motive seines auf der Johannesoffenbarung basierenden Werkes aus Phänomenen der Natur. In Analogie hierzu haben in ähnlicher Weise auch die Motive der in die Kuppel des Planetariums projizierten Videosequenzen ihren Ursprung in der Natur. Musik und Bild komplementieren sich und verschmelzen zu etwas Neuem.
So ist z.B. im dritten Satz des Quartetts „Abime des oiseaux“ der Blick der Kamera von unten in Baumkronen gerichtet; der Wind spielt mit den Blättern, die Kronen bewegen sich langsam zueinander und wieder auseinander. Zur Vogelstimme (Klarinettensolo) also der Blick auf die Bäume, dem Ort, an dem sich der Vogel befindet. Die Blickrichtung des Betrachters in die Kuppel des Planetariums entspricht an dieser Stelle dem Kamerablick. Der Blick in das Gewölbe, in das Dach der Natur, aus Ästen und Blattwerk, und darüber der helle Himmel, das Gegenlicht.
Im fünften Satz „Louange à l ́Eternité de Jésus“ wird nach dem „Intermède“ das Motiv der Baumkronen noch einmal aufgenommen, diesmal aber sich langsam um seinen Mittelpunkt (der dem Mittelpunkt der Kuppel des Planetariums entspricht, gedreht. Der Besucher wird in das Bild hineingesogen, das Planetarium fängt an zu schweben - zu den schwebenden Klängen Messiaens. Als wiederkehrendes Motiv wird die mittelalterliche Fensterrosette der Kathedrahle Notre Dame in Strasbourg in die Kuppel projiziert. Sie gilt als Symbol des Jüngsten Gerichts und weist somit direkt auf die biblische Vorlage des Quartetts.
Christoph Brech







